Wie fühlt sich die Kleine in dir?

Bildquelle: Pixabay

 

Heute war eine junge Frau und Mama bei mir in der Praxis. Ich möchte nicht über das Thema berichten. Ich möchte euch vom Bild erzählen, welches uns gezeigt wurde. Es war ein eingewickelter Finger. Im Laufe der Aufstellung wurde klar, dass sie selber ihre Kleine (ihr inneres Kind) immer wieder um den

Finger wickelt. Dies passiert so schnell mit Aussagen/Sätzen wie diesen:

  • Du kannst das eh nicht.
  • Du wirst nicht gesehen und nicht gehört.
  • Zuerst musst du schauen dass es allen anderen gut geht.
  • Du hast es nicht verdient.
  • Das musst du aushalten.

Diese Liste könnte ich unendlich weiterführen und wir alle erkennen uns darin. Es sind unsere Glaubenssätze, das was wir im Laufe des Lebens antrainiert haben und, so sehe ich das, einiges bringen wir wohl auch schon mit in dieses Leben.

Und sobald ihre Kleine, welche doch nur gesehen und ernst genommen werden möchte, solche Sätze hört, dreht es sich um sie, sie wickelt sich ein und verschwindet wie in einem "schwarzen Loch". Und in dieser Drehung kommt Schwindel, es kann nicht mehr klar gefühlt und gedacht werden und ihre Kinder reagieren in dem Moment so, dass sie an ihr rütteln und sich an sie hängen. Nicht, um sie noch mehr zu stressen, sondern um sie da heraus zu holen. Und auch das kennen wir alle. Kinder können da ganz schön hartnäckig, wenn nicht sogar richtig nervig sein. Aber eben, nicht gegen uns, sondern für uns. Oft denken wir dann, dass mit den Kindern etwas nicht stimmt oder dass wir sie besser "erziehen" sollten. Statt an den Kindern zu ziehen, sollten wir in dem Moment bei uns selber hinschauen und hinfühlen. Wo bin ich gerade? Wie gehe ich mit mir um? Welcher Glaubensatz nimmt mich so ein, dass ich nicht mehr präsent sein kann im Hier und Jetzt?

 

Ich fand dies ein wunderbares Bild, so dass ich es hier mit dir teilen möchte. Meine Klientin wird in ihrem Alltag den Moment, wo die Drehung beginnt, erkennen. Wird immer schneller wieder in Verbindung kommen können mit ihrem inneren Kind und dadurch im Hier und Jetzt bleiben. In der Präsenz, auch für ihre Kinder.

 

Was geht dir durch den Kopf wenn du das liest? Was fühlst du? Wo fühlst du es im Körper? Wickelst du dich manchmal auch um den kleinen Finger, nur um nicht genau hinschauen und hinfühlen zu müssen?